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West-Nil-Virusepidemie in Südfrankreich: INTERCEPT Blood System - wichtiger Baustein der Versorgungssicherheit

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Seit Anfang Juli breitet sich das West-Nil-Virus in diesem Jahr in Südfrankreich aus. 24 Infektionen wurden aus den französischen Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, Korsika und Okzitanien gemeldet, so der jüngste Bericht der französischen Gesundheitsbehörde (Santé publique France). Die Viren  werden von der Mückengattung Culex übertragen1.

Das 1937 entdeckte West-Nil-Virus verbreitet sich im südlichen Europa jährlich vom Juni bis November. In Frankreich wurde es erstmals 1962 nachgewiesen.

„Die diesjährige Epidemie ist die größte in der französischen Geschichte“, so Dr. Marie-Claire Paty, Epidemiologin, Santé publique France. Auch die übrigen Mittelmeerländer waren diesmal früher und stärker als gewohnt betroffen. 550 Fälle wurden aus Italien, 302 aus Griechenland gemeldet. Dr. Paty weiter: „Das wärmere Wetter begünstigt die Verbreitung des Virus, das nun wohl mit den Mücken, die es übertragen, endgültig in Frankreich heimisch ist." 

Konsequenzen für Blutspenden 

Blutspenden sind bei Exposition des Spenders gegenüber dem West-Nil-Virus kontraindiziert. In den sechs französischen Départements, die von der Epidemie betroffen sind, müssen seit Anfang August alle Blutspenden auf das West-Nil-Virus untersucht werden. „Diese Maßnahme gab es bereits 2015 und 2017 – aber noch nie über einen so langen Zeitraum“, erläutert Dr. Christophe Besiers, stellvertretender medizinischer Leiter des öffentlichen Blutspendediensts (EFS).

Das übrige Frankreich grenzt das Risiko durch Befragungen ein: Gibt ein Spender an, sich in einem betroffenen Département oder Land (insbesondere den Mittelmeerländern, aber auch den USA oder Kanada) aufgehalten zu haben, wird die Spende um 28 Tage verschoben oder für nicht-therapeutische Zwecke eingesetzt.

In dieser Situation nutzt das EFS das INTERCEPTTM Blood System, um Versorgungsengpässe auszuschließen. Aufgrund der Pathogeninaktivierung können Apheresethrombozytenkonzentrate ausgegeben werden, bevor die Testergebnisse vorliegen, und die Lagerzeit des therapeutischen Produkts verlängert sich auf 7 Tage, was die Versorgung erleichtert2.

 

[1] Artikel in Le Figaro (französisch): http://sante.lefigaro.fr/article/virus-du-nil-une-epidemie-sans-precedent/ 
[2] Verweis: Präsentation der ANSM auf dem SFVTT-Kongress 2018